Menthol und Borneol: Woher diese Stoffe kommen
Auf der Zutatenliste von Sniffler stehen zwischen lauter getrockneten Pflanzenteilen zwei Namen, die eher nach Labor klingen als nach Kräutergarten: Menthol (6 %) und Borneol (2 %). Beide sind allerdings keine Erfindung der modernen Industrie – es sind Stoffe, die in Pflanzen natürlich vorkommen und sich aus ihnen gewinnen lassen. Dieser Artikel erklärt, woher sie stammen, wie sie hergestellt werden, wie sie riechen und warum sie in Duftprodukten fast immer nur in kleinen Anteilen auftauchen.
Menthol: ein Stoff aus der Minzpflanze
Menthol ist chemisch ein Monoterpen-Alkohol mit der Summenformel C10H20O. Bei Raumtemperatur ist es kein Öl, sondern ein farbloser, kristalliner Feststoff – man kann es tatsächlich als kleine Nadeln oder Blättchen in der Hand halten. Erst bei höheren Temperaturen schmilzt es.
Natürlich kommt Menthol vor allem in Minzarten vor: in der Pfefferminze (Mentha × piperita) und in der Ackerminze (Mentha arvensis), die auch als japanische Minze bekannt ist. Wie viel Menthol im ätherischen Öl einer Pflanze steckt, schwankt je nach Art, Standort, Wetter und Erntezeitpunkt erheblich – Kräuteranbau ist eben Landwirtschaft und keine exakte Rezeptur.
Eine Besonderheit: Menthol existiert in mehreren spiegelbildlichen Varianten, sogenannten Isomeren. Nur eine davon – das L-Menthol – trägt den Geruch, den die meisten Menschen mit Minze verbinden: klar, kühl, durchdringend, mit einer leicht süßlichen Note im Hintergrund. Die übrigen Isomere riechen spürbar anders und werden für Duftzwecke nur selten verwendet.
Wie natürliches Menthol gewonnen wird
Der klassische Weg führt über die Wasserdampfdestillation. Die geernteten Pflanzenteile – bei Sniffler sind es Stängel und Blätter der Pfefferminze – werden mit Wasserdampf behandelt, wodurch sich das ätherische Öl aus dem Pflanzenmaterial löst. Dieses Öl wird aufgefangen und anschließend abgekühlt.
Beim Abkühlen passiert das Entscheidende: Das Menthol kristallisiert aus dem Öl heraus. Die Kristalle werden vom flüssigen Rest getrennt und weiter gereinigt. Übrig bleibt ein Minzöl mit deutlich geringerem Mentholanteil, das in der Regel seinerseits weiterverwendet wird – vom Ausgangsmaterial bleibt also wenig ungenutzt.
Die Ausbeute ist trotzdem gering. Aus einer großen Menge frischem Pflanzenmaterial entsteht am Ende vergleichsweise wenig Kristall. Das ist einer der Gründe, warum Menthol in Rezepturen selten in großen Anteilen auftaucht – und warum der Weltmarktpreis für pflanzliches Menthol stark von Ernten und Anbauflächen abhängt.
Natürlich oder synthetisch: Wo der Unterschied liegt
Ein erheblicher Teil des weltweit verwendeten Menthols wird heute nicht aus Minze gewonnen, sondern synthetisch hergestellt – üblicherweise ausgehend von Rohstoffen wie Thymol oder Citronellal. Am Ende steht dasselbe Molekül, das auch in der Pflanze steckt.
Der Unterschied liegt also nicht im Molekül selbst, sondern in Rohstoff, Herstellungsweg, Lieferkette, Preis und Verfügbarkeit. Pflanzliches Menthol hängt an Ernten, Wetter und Anbauflächen; synthetisches ist davon unabhängig und ganzjährig planbar. Beides sind in Duft- und Aromaprodukten übliche Wege.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das schwer zu erkennen, denn auf einer Zutatenliste steht in beiden Fällen schlicht „Menthol“. Die Bezeichnung allein sagt nichts über die Herkunft aus. Wir schreiben deshalb ausdrücklich dazu, dass das Menthol im Sniffler natürlichen Ursprungs ist und aus Pfefferminz-Stängeln und -Blättern destilliert wird.
Borneol: der Stoff mit dem Inselnamen
Borneol heißt so, weil es nach Borneo benannt ist. Bekannt wurde der Stoff in Europa vor allem über den Handel mit dem Harz des Baumes Dryobalanops aromatica, der auf Borneo und Sumatra wächst. Das daraus gewonnene Produkt wurde lange „Borneo-Kampfer“ genannt und war über lange Zeit ein bedeutendes Handelsgut Südostasiens.
Borneol steckt aber längst nicht nur dort. Es kommt in kleinen Mengen in zahlreichen ätherischen Ölen vor, unter anderem in Rosmarin, Ingwer und Nadelbaumölen. Und es lässt sich – genau wie Menthol – auch synthetisch herstellen, meist ausgehend von Terpenen wie Pinen oder Camphen, die aus Nadelbaumharzen stammen.
Chemisch ist Borneol ein naher Verwandter des Kampfers: Durch Oxidation entsteht aus Borneol Kampfer. Verwechseln sollte man die beiden trotzdem nicht, es sind zwei verschiedene Stoffe. In Sniffler ist ausschließlich Borneol enthalten, kein Kampfer.
Geruchlich ist Borneol schwerer und trockener als Menthol: holzig, harzig, mit einer erdigen Kante und einem kampferartigen Einschlag. Im Chinesischen trägt der Stoff den Namen Bingpian (冰片, wörtlich etwa „Eisplättchen“) – eine Bezeichnung, die sich auf die dünnen, plättchenförmigen Kristalle bezieht, in denen er anfällt.
Wie beide in Duftprodukten eingesetzt werden
Menthol begegnet dir im Alltag häufiger, als du denkst: in Zahnpasta, Kaugummi, Mundwasser, Süßwaren, Kosmetik und in der Parfümerie, wo es einer Komposition eine klare, kühle Spitze geben kann. Borneol ist deutlich seltener und taucht vor allem in Räucherwerk, in ostasiatischen Duftmischungen und in kleinen Mengen in der Parfümerie auf.
Was beide gemeinsam haben: Sie sind ausgesprochen intensiv. Schon wenige Prozent prägen den Gesamteindruck einer Mischung deutlich, und mehr ist hier nicht automatisch besser – zu viel überdeckt schlicht alles andere. Deshalb stehen sie in Rezepturen fast immer in einstelligen Prozentbereichen.
Genau das ist auch bei Sniffler der Fall: 6 % Menthol und 2 % Borneol setzen die kühle, klare Spitze, während die getrockneten Pflanzenteile die ruhigeren, wärmeren Noten beitragen – etwa Süßholz, Zimtzweig und Jasminblüte.
Menthol und Borneol im Sniffler
Rechnerisch ist Sniffler vor allem eine Kräutermischung: 87 % der Rezeptur bestehen aus getrockneten Pflanzenteilen – Perilla-/Shiso-Stängel (20 %), getrocknete Eukalyptuszweige (20 %), Weißdornkerne (20 %), Knöterichranke (7 %), Süßholz (7 %), Zimtzweig (7 %) und Jasminblüte (6 %).
Die restlichen 13 % sind die konzentrierten Duftkomponenten: Menthol (6 %), Borneol (2 %), Eukalyptusöl (2 %), Rosmarinöl (1 %), Minz-/Pfefferminzöl (1 %) und ätherisches Jasminöl (1 %). Zusammen ergibt das exakt 100 % – wir veröffentlichen die vollständige Liste mit allen Prozentangaben auf jeder Produktseite.
Im fertigen Produkt sitzt all das in einem kleinen Behälter von rund 3,5 cm Durchmesser und 5 cm Höhe. Man öffnet ihn und atmet durch die Nase ein. Nichts wird verbrannt, verdampft oder geschluckt. Sniffler enthält kein Nikotin, kein Koffein und keinen Zucker und ist kein Arzneimittel.
Die Preise beginnen aktuell bei 9,90 € für das einzelne Stück, größere Gebinde sind günstiger im Stückpreis. Versendet wird in die EU sowie in weitere europäische Länder, darunter die Schweiz und Großbritannien; welche Länder gerade auswählbar sind, siehst du im Checkout. Bei Lieferungen außerhalb des EU-Zollgebiets – etwa in die Schweiz, nach Großbritannien oder nach Norwegen – können je nach Zielland zusätzliche Einfuhrabgaben anfallen; maßgeblich sind die Vorgaben des jeweiligen Landes.
Häufige Fragen
Riecht natürliches Menthol anders als synthetisches? Das Molekül L-Menthol ist in beiden Fällen dasselbe. Bei pflanzlich gewonnenem Menthol können je nach Reinigungsgrad Spuren anderer Pflanzenbestandteile mitkommen, die den Gesamteindruck minimal beeinflussen.
Ist Borneol dasselbe wie Kampfer? Nein. Die beiden Stoffe sind chemisch eng verwandt, aber nicht identisch. Sniffler enthält Borneol und keinen Kampfer.
Warum steht auf manchen Produkten nur „Menthol“ ohne Herkunftsangabe? Weil die Stoffbezeichnung in der Regel keine Angabe zur Gewinnungsart verlangt – welche Angaben verpflichtend sind, hängt von der Produktkategorie und vom jeweils geltenden Recht ab. Wenn dir die Herkunft wichtig ist, lohnt eine Nachfrage beim Anbieter.
Wenn du empfindlich auf stark riechende Substanzen reagierst, schwanger bist oder das Produkt für Kinder in Betracht ziehst, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wir geben dazu bewusst keine Empfehlung ab.
Neugierig auf Sniffler?
100 % pflanzlich, ohne Nikotin, ohne Koffein, ohne Zucker. Die vollständige Zutatenliste mit genauen Anteilen steht auf jeder Produktseite.
Sniffler ist ein pflanzliches Lifestyle-Produkt und kein Arzneimittel. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
