Perilla, Weißdorn, Knöterich: Die Pflanzen im Sniffler
Auf der Zutatenliste des Sniffler stehen dreizehn Positionen. Die meisten davon sind Pflanzen – und zwar nicht die naheliegenden aus dem Kräuterregal, sondern Stängel, Zweige, Kerne und Ranken. Dieser Artikel geht die Liste durch: Was ist die Pflanze botanisch, wo wächst sie, welcher Teil landet in der Dose, und wonach riecht er. Es geht ausschließlich um Botanik, Herkunft und Duft – nicht um Wirkungen. Sniffler ist kein Arzneimittel, und wir schreiben ihm auch keine Eigenschaften eines solchen zu.
Die Mischung in Zahlen
Rund 87 Prozent des Sniffler sind getrocknete Pflanzenteile. Die restlichen 13 Prozent sind konzentrierte Bestandteile: Menthol, Borneol und vier ätherische Öle.
Die vollständige Rezeptur lautet: Perilla-/Shiso-Stängel 20 %, getrocknete Eukalyptuszweige 20 %, Weißdornkerne 20 %, Knöterichranke 7 %, Süßholz/Lakritz 7 %, Zimtzweig 7 %, Jasminblüte 6 %, Menthol 6 %, Borneol 2 %, Eukalyptusöl 2 %, Rosmarinöl 1 %, Minz-/Pfefferminzöl 1 %, ätherisches Jasminöl 1 %.
Das summiert sich auf exakt 100 Prozent. Wir veröffentlichen diese Zahlen vollständig – auf jeder Produktseite, im FAQ und hier. So kannst du selbst nachrechnen und beurteilen, was du kaufst, statt dich auf eine Sammelbezeichnung wie „Kräutermischung“ verlassen zu müssen.
Perilla-/Shiso-Stängel (20 %)
Perilla frutescens ist ein einjähriges Lippenblütengewächs und damit botanisch eng mit Minze, Basilikum und Salbei verwandt. In Japan heißt sie Shiso, in Korea Kkaennip, in China Zi Su. Sie wächst schnell, wird knapp einen Meter hoch und kommt in einer grünen und einer rotvioletten Varietät vor.
Kulinarisch ist die Pflanze in Ostasien ein Alltagskraut: Die grünen Blätter liegen unter Sashimi, die roten färben eingelegte Umeboshi-Pflaumen, in Korea werden die Blätter eingelegt oder als Wrap für Reis genutzt. Angebaut wird sie heute auch in Europa, unter anderem in Gewächshäusern in den Niederlanden und Italien.
Im Sniffler steckt aber nicht das Blatt, sondern der Stängel – der holzige, kantige Teil der Pflanze, der in der Küche meist weggeschnitten wird. Getrocknet riecht er deutlich zurückhaltender als das frische Blatt: krautig und trocken, mit einer feinen anisartigen Note im Hintergrund. Wer schon einmal an frischem Shiso gerieben hat, erkennt die Richtung wieder, nur gedämpfter.
Getrocknete Eukalyptuszweige (20 %)
Eukalyptus ist eine Gattung aus der Familie der Myrtengewächse mit über 700 Arten, fast alle davon ursprünglich aus Australien. Angebaut wird er inzwischen weltweit in warmen Regionen – in Portugal und Spanien, in Südafrika, Brasilien und China. Manche Arten gehören zu den am schnellsten wachsenden Bäumen überhaupt.
Für den Sniffler werden die Zweige verwendet, nicht die Blätter allein und auch nicht ausschließlich das destillierte Öl. Zweigstücke sind gröber, fester und geben ihren Duft langsamer ab als zerkleinertes Blattmaterial.
Der Geruch ist der typische Eukalyptus-Charakter: frisch, harzig, klar – aber merklich milder als reines Eukalyptusöl. Zusätzlich zu den Zweigen enthält die Rezeptur 2 % Eukalyptusöl in konzentrierter Form.
Weißdornkerne (20 %)
Weißdorn (Crataegus) ist ein Rosengewächs und in Europa ein absoluter Allerweltsstrauch: Er steht in Feldhecken, an Waldrändern und in alten Knicks. Im Mai trägt er dichte weiße, manchmal rosa überhauchte Blütenschirme, im Herbst kleine rote Apfelfrüchte. Die Zweige sind bedornt, das Holz ist außergewöhnlich hart – historisch wurde Weißdorn deshalb gern als lebender Zaun gepflanzt.
In jeder dieser roten Früchte sitzen ein bis fünf harte Steinkerne. Genau die sind hier gemeint, wenn von Weißdornkernen die Rede ist – nicht das Fruchtfleisch und nicht die Blüte.
Duftlich sind die Kerne der leiseste Bestandteil der ganzen Mischung: sehr trocken, leicht nussig-holzig, ohne eigene Spitze. Mit 20 Prozent sind sie mengenmäßig gleichauf mit Perilla und Eukalyptus, tragen aber vor allem Struktur und Grobkörnigkeit bei, kaum Aroma.
Knöterichranke (7 %)
Hier lohnt sich eine Klarstellung, weil das Wort in Deutschland belastet ist. Gemeint ist Polygonum multiflorum, eine kletternde Knöterichart aus Zentral- und Südchina – nicht der Japanische Staudenknöterich, der hierzulande als invasiver Neophyt an Bahndämmen und Flussufern wuchert. Beide gehören zur Familie der Knöterichgewächse, sind aber verschiedene Arten mit völlig unterschiedlichem Wuchs.
Polygonum multiflorum ist eine mehrjährige Schlingpflanze mit herzförmigen Blättern und kleinen weißlichen Blütenrispen, die sich an Sträuchern und Zäunen hochwindet. Wurzel und Ranke tragen in Ostasien jeweils eigene Namen – es sind zwei deutlich verschieden aussehende Pflanzenteile.
Im Sniffler wird die Ranke verwendet, also der verholzte Stängel der Kletterpflanze, in Stücke geschnitten und getrocknet. Sie riecht erdig und holzig, mit einer sehr leisen süßlichen Note darunter.
Süßholz / Lakritz (7 %)
Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist ein Schmetterlingsblütler, verwandt mit Erbse und Bohne. Der Strauch stammt aus dem Mittelmeerraum und Westasien und wird heute unter anderem in Spanien, Italien, der Türkei und Zentralasien angebaut. Geerntet wird die Wurzel, die bis zu einem Meter tief in den Boden reicht.
Der Name ist Programm: Der in der Wurzel enthaltene Pflanzenstoff Glycyrrhizin ist um ein Vielfaches süßer als Haushaltszucker. Daraus entsteht Lakritz – von weichen niederländischen Drop-Sorten bis zum finnischen Salmiak. Auch in Kräuter- und Gewürzteemischungen ist Süßholz ein Klassiker.
Wichtig zur Einordnung: Im Sniffler wird nichts geschluckt. Die getrockneten Wurzelstücke tragen ausschließlich zum Geruch bei – süß-erdig, mit einer anisartigen Kante. Zucker enthält der Sniffler nicht.
Zimtzweig (7 %)
Zimt kennen die meisten als gemahlene Rinde. Der Zimtbaum gehört zu den Lorbeergewächsen; unterschieden wird vor allem zwischen Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) aus Sri Lanka und Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia) aus Südchina und Vietnam.
Im Sniffler ist nicht die Rinde verarbeitet, sondern der Zweig: die jungen, dünnen Triebe des Baums, in kurze Stücke geschnitten. Zweig und Rinde sind im Handel zwei getrennte Materialien mit eigenen Bezeichnungen, unterschiedlicher Struktur und unterschiedlicher Verarbeitung.
Im Geruch bleibt die Zimtrichtung erkennbar, fällt aber deutlich weicher aus als bei gemahlenem Zimt: warm, holzig-süß, ohne die scharfe Spitze, die man von der Rinde kennt.
Jasminblüte (6 %)
Jasmin gehört zu den Ölbaumgewächsen, ist also botanisch mit Olive und Flieder verwandt. Für Duftzwecke sind vor allem Jasminum sambac und Jasminum grandiflorum relevant, angebaut unter anderem in China, Indien und Ägypten.
Jasmin ist eine Nachtblüherin: Die Knospen öffnen sich am Abend, weshalb die Blüten klassisch nachts oder in den frühen Morgenstunden von Hand gepflückt werden. In der chinesischen Provinz Fujian werden sie anschließend über Nacht schichtweise mit grünem Tee gelagert, damit dieser den Duft aufnimmt – so entsteht Jasmintee.
Im Sniffler sind die getrockneten Blüten mit 6 % enthalten, dazu 1 % ätherisches Jasminöl. Der Duft ist intensiv blumig und süß, mit einer leicht fruchtigen Facette – er ist der Gegenpol zu den kühlen, klaren Bestandteilen der Mischung.
Menthol, Borneol und die ätherischen Öle
Die konzentrierten 13 Prozent sind schnell erklärt. Menthol (6 %) ist der mengenmäßig größte Einzelbestandteil dieser Gruppe. Es wird natürlich gewonnen, destilliert aus Stängeln und Blättern der Pfefferminze (Mentha × piperita), einer Kreuzung aus Wasserminze und Grüner Minze. Menthol riecht kühl und durchdringend klar.
Borneol (2 %) ist ein Terpenalkohol, der natürlich in Rosmarin, Zimt und im Harz einiger südostasiatischer Bäume vorkommt. Sein Geruch ist trocken und kühl. Trotz der chemischen Verwandtschaft ist Borneol nicht dasselbe wie Kampfer – Kampfer, den manche andere Riechstifte in ihrer Zutatenliste führen, ist im Sniffler nicht enthalten.
Dazu kommen Eukalyptusöl (2 %), Rosmarinöl (1 %), Minz-/Pfefferminzöl (1 %) und ätherisches Jasminöl (1 %). Rosmarin (Salvia rosmarinus) ist ein immergrüner Halbstrauch der Mittelmeerküsten; sein Öl wird aus den nadelförmigen Blättern wasserdampfdestilliert und riecht krautig-harzig.
Warum Stängel, Zweige und Kerne?
Wer die Liste im Ganzen liest, merkt ein Muster: Perilla-Stängel statt Perilla-Blatt, Eukalyptuszweig statt Eukalyptusblatt, Zimtzweig statt Zimtrinde, Weißdornkern statt Weißdornblüte. Die Mischung besteht überwiegend aus groben, verholzten Pflanzenteilen.
Solche Teile sind fester und weniger fein als Blätter oder Blütenblätter und behalten in einem kleinen Behälter ihre Struktur, statt zu Pulver zu zerfallen. Der Behälter selbst ist rund 3,5 cm breit und 5 cm hoch – man öffnet ihn und riecht daran. Verbrannt, verdampft oder geschluckt wird nichts.
Praktisch heißt das auch: Was du siehst, wenn du hineinschaust, sind erkennbare Pflanzenstücke – keine homogene Masse. Genau das ist Absicht.
Was nicht drinsteckt – und ein Hinweis
Sniffler enthält kein Nikotin, kein Koffein und keinen Zucker. Kampfer ist nicht enthalten. Es handelt sich um kein Arzneimittel, und wir machen bewusst keine Angaben zu irgendeiner Wirkung.
Wenn du empfindlich auf stark riechende Substanzen reagierst, schwanger bist oder das Produkt für Kinder in Betracht ziehst, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wir geben dazu ausdrücklich keine Empfehlung ab.
Die Preise beginnen bei 9,90 € für eine einzelne Dose, größere Gebinde sind günstiger pro Stück. Versendet wird in die EU sowie in die Schweiz und nach Großbritannien. Die vollständige Zusammensetzung mit allen Prozentangaben findest du auf jeder Produktseite.
Neugierig auf Sniffler?
100 % pflanzlich, ohne Nikotin, ohne Koffein, ohne Zucker. Die vollständige Zutatenliste mit genauen Anteilen steht auf jeder Produktseite.
Sniffler ist ein pflanzliches Lifestyle-Produkt und kein Arzneimittel. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
